Die Esskultur ist ein wichtiger Bestandteil in der menschlichen Zivilisation. Die chinesische Esskultur unterscheidet sich sehr von der westlichen Esskultur. Sie reflektiert den ästhetischen Geschmack und die Lebensphilosophie der Chinesen...

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Chinesische Essikette

Essen gehört ebenso wie Trinken oder Schlafen zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Ging es dem frühgeschichtlichen Jäger und Sammler zunächst einfach nur darum, durch Nahrungsaufnahme zu überleben, merkte er bald, dass die Speisen durch besondere Zubereitungsmethoden an Geschmack gewannen. Man lernt den Umgang mit Kräutern und Gewürzen.

 

Die schmackhafte Zubereitung der Speisen ist allerdings nur die eine Seite der Esskultur. Tischsitten und Eßgewohnheiten sind weitere wichtige Bestandteile der Esskultur. Die chinesische Esskultur unterscheidet sich von der westlichen, da sie auf einer 5.000 Jahre alten chinesischen Zivilisationsgeschichte basiert, die schon etwas anders als die westliche ist.

Die Chinesen legen seit jeher großen Wert auf das Essen und insbesondere auf das gemeinsame Essen.

Zhao Heng, Chefredakteur des Verlags Yanshan, der sowohl mit der traditionellen chinesischen als auch mit der westlichen Esskultur vertraut ist, erzählte:

„Das Essen ist im Westen mehr ein individuelles Vorgehen. In China isst man gern mit Familienmitgliedern, Verwandten und Freunden zusammen. Zu Anlässen verschiedenster Arten werden Bankette gegeben. Beispielsweise anlässlich der Geburt, der Vollendung des ersten Lebensmonats eines Säuglings, zur Beförderung eines Beamten, zur Heirat sowie zur Begrüßung oder zum Abschied besonderer Gäste. Eine Einladung zum Essen gilt bei den Chinesen als Ausdruck von Respekt, Freundlichkeit und Höflichkeit."

 

Bei einem chinesischen Bankett setzt man sich gemütlich um einen runden Tisch. Das Mahl beginnt meist mit kalten Vorspeisen, die man, wie die späteren Gänge, mit den Stäbchen auf seinen Teller oder in seine Essschale legt und dann Stück für Stück in den Mund schiebt.

Nach und nach folgen immer mehr Platten mit unterschiedlichen Gerichten und jeder nimmt von allem. Selbst zu zweit würden die Chinesen nicht ein Gericht nur für sich selbst bestellen. Isst man in großer Runde, so wird auch die Menge auf den Servierplatten nicht wesentlich erhöht, sondern man bestellt einfach mehr verschiedene Gerichte.

Anders als beim westlichen Essen kommt die Suppe meist ziemlich zum Schluss. Bei Banketten erhält man auch den Reis erst gegen Ende des Mahls, dann dient er nur zum Auffüllen des Magens, falls jemand noch Hunger verspüren sollte.

Das Nationalgetränk Chinas ist der Tee. Dieser wird in Restaurants jedoch nur selten verkauft, sondern öfter während des Wartens auf die Speisen nachgeschenkt. Das zweit beliebteste Getränk ist Bier, das von deutschen Kolonialherren eingeführt wurde. Auch andere alkoholische Getränke erfreuen sich großen Zuspruchs. Außerdem sind Erfrischungsgetränke wie Cola sehr beliebt, gerade Jugendliche ziehen diese Getränke dem traditionellen Tee vor.

Für chinesische Feinschmecker sind beim Genuss einer Delikatesse folgende vier Kriterien wichtig:

„Die kostbaren Zutaten, das fertige Gericht, schöne Behältnisse und eine ideale Atmosphäre sind die vier wichtigsten Elemente für einen kulinarischen Genuss der Chinesen."

 

Beispielsweise wurde im Sommer Lotoskerne im alten Beijing am Shichahai-See verkauft, da konnte man bei Bewunderung der üppigen Lotosblumen im See die Lotoskerne in aller Ruhe genießen. So bekommt man einen doppelten Genuss, den kulinarischen und den visuellen zugleich!

Die Essenseinnahme hat in China auch viel mit taoistischen Grundregeln zu tun, denn in China sieht man einen direkten Zusammenhang zwischen der Konstitution eines Menschen und dem Essen. Nahrungsaufnahme wirkt wie Medizin und erhält das Gleichgewicht des Körpers oder stellt es wieder her. Bestimmten Nahrungsmitteln werden der Qualität des Yin (kalt) zugeordnet, anderen des Yang (warm). Gesunde erhalten eine ausgewogene Mischung, Kranke je nach Krankheit mehr von dem einen oder anderen. Im Winter wird zum Beispiel Hammelfleisch empfohlen, das als warm gilt und deshalb Auskühlungen vom Körper fernhalten soll.

Und man legt darüber hinaus großen Wert darauf, dass Nahrungsmittel nur zur passendsten Saison eingenommen werden sollen.

Dazu Esskulturexperte Zhao Heng:

„Die Chinesen legen Wert darauf, dass Nahrungsmittel nur zur richtigsten Jahreszeit eingenommen werden sollen. Zum Beispiel ist im Winter die richtige Saison für den Feuertopf. (Ein Topf auf dem Feuer, in dem rohe Zutaten wie Fleisch und Gemüse in einer Brühe gegart werden.) Denn bei kaltem Winterwetter ist der wärmender Feuertopf angenehm und gesund."

In China isst man im Grunde genommen selten rohe und kalte Speise und trinkt auch nicht gern kalte Getränke. Ausnahmsweise nimmt man im Sommer Kaltes zu sich, um den Körper vor Hitze zu schützen und eine Ausgeglichenheit des Körpers zu erhalten. In der chinesischen Esskultur reflektiert sich also die Lebensphilosophie der Chinesen, eine Harmonie zwischen Mensch und Natur anzustreben.



Essikette in China


Tischmanieren und andere Gewohnheiten in China,

In China gibt es wie in jeder Kultur Regeln und Gewohnheiten, die abstecken, was beim Essen richtig und was falsch ist, sei es im Restaurant oder bei jemandem zu Hause. Zu wissen, wie man sich verhält und was man sagt, hilft einem nicht nur, sich mehr zu Hause zu fühlen, sondern gibt auch den Chinesen ein besseres Gefühl und lässt sie auf den Gast selbst fokussieren anstatt auf dessen interessanten Essgewohnheiten.

Die Essgewohnheiten der Chinesen sind in der Tradition verankert, und einige Regeln dürfen auf keinen Fall gebrochen werden. Die Gewohnheiten nicht zu kennen, könnte zur Folge haben, dass man den Gastgeber beleidigt und der Abend unschön zu Ende geht. Wenn man dagegen die folgenden simplen Regeln beachtet, kann nichts schief gehen.

1. Das Essen wird auf großen Gemeinschaftstellern serviert, und zwar fast immer mit Stäbchen, mit denen man sich das Essen von den großen Tellern auf den eigenen Teller nehmen kann. Falls man keine Stäbchen bekommt oder unsicher ist, wartet man, bis die anderen sich Essen nehmen und macht es so wie sie es machen. Manchmal gibt der chinesische Gastgeber dem Gast Essen in die Schüssel oder auf den Teller.

2. Es ist unhöflich, wenn man nicht das isst, was einem angeboten wird. Wenn einem etwas angeboten wird, was man absolut nicht verträgt, isst man zunächst alles andere auf und lässt den Rest auf dem Teller. Einen kleinen Rest übrig zu lassen, bedeutet generell, dass man satt ist.

3. Man darf die Stäbchen auf keinen Fall in die Reisschale stecken. Wie in jeder buddhistischen Kultur bedeutet dies nämlich Tod. Steckt man die Stäbchen in den Reis, deutet man damit an, dass man den anderen am Tisch den Tod wünscht.

4. Man sollte nicht mit den Stäbchen spielen, mit ihnen auf Dinge zeigen oder mit ihnen auf dem Tisch herumtrommeln. Auch sollte man sie nicht an der Tellerseite ablegen, da dies im Restaurants bedeutet, dass das Essen zu lange auf sich warten lässt, es würde also den Gastgeber beleidigen.

5. Wenn man die Stäbchen ablegen möchte, sollte man sie horizontal auf den Teller oder die Spitzen auf einen Stäbchenhalter legen. Sie sollten nicht auf dem Tisch abgelegt werden.

6. Die Stäbchen werden in der rechten Hand zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten. Wenn man Reis isst, hält man die kleine Reisschale in der linken Hand und hebt sie vom Tisch ab.

7. Man sollte nicht mit den Stäbchen in etwas hineinstechen, es sei denn, man zerkleinert Gemüse oder ähnliches. Wenn man in einer kleinen, informellen Runde mit Freunden ist, kann man in kleines, schwer zu greifendes Essen hineinstechen, aber man sollte es niemals bei einem formalen Abendessen machen oder mit Personen, die strikt an der Tradition festhalten.

8. Wenn man mit jemandem anstößt, sollte der Glasrand des Gastes unter dem eines ranghöheren anderen Gastes sein. Damit zeigt man Respekt.

9. Wenn man etwas mit Knochen isst, ist es Gewohnheit, sie an der rechten Seite des Tellers auszuspucken.

10. Man sollte sich nicht daran stören, wenn die anderen Gäste mit offenem Mund essen oder mit vollem Mund reden. Das ist normal in China. Einfach genießen, lachen und Spaß haben. Quelle:cultural-china.com


Chinesische Tischsitten und Tabus der Essstäbchennutzung

Selbstverständlich bilden die Essstäbchen im Unterschied zu Messer und Gabel den größten Unterschied auf dem chinesischen Esstisch. Aber das stimmt nur rein oberflächlich betrachtet. Im Übrigen kann man in ordentlichen chinesischen Restaurants auch Messer und Gabel verlangen, wenn man Essstäbchen als wenig hilfreich empfindet.

Der wichtigste Unterschied besteht darin, daß man bei einem westlichen Essen einen eigenen Teller hat, während die Schüsseln in China in der Reichweite aller Gäste stehen und die Speisen darin von allen geteilt werden. Wird man in China zu einem formellen Essen eingeladen, insbesondere für diejenigen, die zum ersten Mal zu einem chinesischen Essen eingeladen werden, wird der Gastgeber dafür sorgen, daß seine ausländischen Gäste Speisen unterschiedlichster Sorten probieren können.

Das gilt sowohl zu Hause als auch im Restaurant:
 Den Tisch oder die Tische räumt man erst ab, wenn der letzte Gast gegangen ist


- und -
die Hausdame ist keine Konkubine.

Das Essen beginnt in der Regel mit einer Reihe von mindestens vier kalten Speisen, gefolgt von den Hauptgängen aus warmen Fleisch- und Gemüsespeisen. Suppe wird nach den Grundnahrungsmitteln, wie zum Beispiel Reis, Nudeln und gefüllten Teigtaschen serviert. Das Essen in Guangdonger Restaurants bildet dabei eine Ausnahme.

Falls man eine Schale Reis während des Essens haben will, sollte man rechtzeitig Bescheid sagen. Denn viele Chinesen haben dieses eigentliche Grundnahrungsmittel inzwischen gerne ganz am Ende oder verzichten ganz darauf.

Am ungewöhnlichsten ist es für westliche Besucher, dass der chinesische Gastgeber ununterbrochen Speisen auf den Teller seiner westlichen Gäste legt. Bei einem formellen Essen gibt es ein Paar Essstäbchen und einen Löffel, die zum Auftun der Speisen verwandt werden. Es gibt aber auch Gastgeber, die ihre eigenen Essstäbchen benutzen. Dies wird als ein Zeichen der echten Freundschaft und guten Erziehung betrachtet.

Deshalb ist es höflich, die Speisen, die Ihnen auf den Teller gelegt werden, zu essen. Essen Sie die Speisen ungern, so lassen Sie sie einfach auf dem Teller liegen.

Bei einem Familienbankett neigen die Chinesen dazu, üppige Speisen vorzubereiten. Denn die Chinesen finden es peinlich, wenn alle Speisen aufgegessen worden sind. Deshalb sagen Sie Bescheid, wenn Sie satt sind. Sonst würden Sie sich häufig überessen.

 

Sushi Etikette

 

Tabus der Essstäbchennutzung

Es ist unklar, wann Essstäbchen (kuaizi) zum ersten Mal benutzt wurden. Allerdings gilt es als erwiesen, dass Essstäbchen in China erfunden worden sind und ihre Verwendung auf eine 3000jährige Geschichte zurückblicken kann. Die Verbreitung der konfuzianischen Philosophie hat zur Verwendung der Essstäbchen als wichtigsten Gegenstand beim Essen beigetragen. Denn nach Konfuzius dürfen Messer, die mit der Anwendung von Gewalt verbunden werden, nicht auf den Esstisch kommen.

Heutzutage werden Essstäbchen aber nicht nur in China, sondern auch in Japan, Korea und Vietnam benutzt. Damit bilden sie die zweitpopulärsten Geräte in der Welt, um Nahrungsmittel in den Mund zu befördern.

Im folgenden lernen Sie ein paar wichtige Benimmregeln im Umgang mit Essstäbchen kennen:

Erstens, vergewissern Sie sich, dass die Spitzen der Essstäbchen, wenn Sie sie vor oder während des Essens auf den Tisch legen, von Ihnen weg zeigen. Vermeiden Sie es außerdem, Ihre Essstäbchen zu kreuzen.

Zweitens, die Essstäbchen nicht umgekehrt, das heißt mit den Spitzen zu Ihnen hin zeigend hinlegen.

Drittens, es ist unhöflich, mit dem Zeigerfinger oder den Essstäbchen auf andere zu zeigen.

Viertens, nicht mit den Essstäbchen gegen Schüssel oder Teller schlagen. Dies wird dem in Ostasien traditionellen Zeichen der Bettlerei assoziiert.

Fünftens, es ist verboten, Essstäbchen aufrecht in eine mit Reis gefüllte Schüssel zu stecken.

Sechstens, nicht mit den Essstäbchen Speisen auf einer Platte beiseite schieben, um zu kriegen, was Ihnen am besten schmeckt.

Siebtens, es gilt als unhöflich, Speisen auf einer Platte mit einem einzigen Essstäbchen herauszusuchen.


 Trinkgewohnheiten

Im Schnaps sieht man in China nicht nur ein Getränk, sondern mehr eine Kultur. Nach chinesischer Tradition darf der Schnaps bei feierlichem Essen nicht fehlen. Das Schnaps-Trinken ist wichtig für den Kontakt und den Austausch miteinander. Deswegen trinkt man fast immer bei einem großen Essen. Auch bei Festen und wichtigen Tagen gibt es entsprechende Trink-Sitten.

Der "Schnaps zum ersten Monat" (man yue jiu) oder der "Hunderttage-Schnaps" (bai ri jiu) gehören zu den weit verbreiteten Sitten in China. Einen Monat oder hundert Tage nach der Geburt eines Kindes gibt man ein feierliches Essen. Die Verwandten oder Freunde kommen zum Essen und bringen oft Geschenke mit.

Den "Schnaps zum Geburtstag" (shou jiu) trinkt man normalerweise zum Geburtstag der Eltern oder Senioren, vor allem zum runden Geburtstag, also zum 50., 60. oder 70. Geburtstag der Senioren. Das feierliche Essen zu diesem Zweck geben normalerweise die Kinder oder auch die Enkelkinder. Die Verwandten und Freunde werden zum Essen eingeladen.

Der "Dachbalken-Schnaps" und der "Einzugsschnaps" sind weitere Trink-Anlässe. Auf dem Lande ist der Bau eines Hauses ein großes Ereignis. Beim Bau ist wiederum der Einbau des Dachbalkens das allerwichtigste Ereignis. Darauf trinkt man und nennt es "Balkenschnaps". Wenn das Haus fertig ist, trinkt man zum Einzug den sogenannten "Einzugsschnaps". Besucher gratulieren den neuen Hausbewohnern und man erbittet Schutz von den Vorfahren

Einen "Abschiedsschnaps" trinkt man im wahrsten Sinne des Wortes zum Abschied von Freunden.

Abschiednehmen

Nach chinesischen Sitten und Gebräuche begleitet der Gastgeber beim Abschiednehmen normalerweise seinen Gast bis zur Tür und bleibt an der Tür stehen, bis der Gast nicht mehr zu sehen ist. Damit bringt der Gastgeber seinen Respekt dem Gast gegenüber zum Ausdruck. In der Regel verabschiedet sich der Gast zuerst vom Gastgeber. Es gilt als unhöflich, wenn der Gastgeber zuerst Abschied nimmt.

Beim Abschiednehmen sagt der Gast oft "就此告辞" (jiù cǐ gào cí), – auf Deutsch "Ich verabschiede mich jetzt", oder "后会有期" (hòu huì yǒu qī) – "Wir sehen uns später". Der Gastgeber erwidert oft "一路顺风" (yí lù shùn fēng) – auf Deutsch "Alles Gute" oder "旅途平安" (lǚ tú píng ān) – "Gute Reise". Man sagt gegenseitig "Auf Wiedersehen", wünscht alles Gute und lässt zugleich liebe Grüsse an die Kollegen oder Familienmitglieder übermitteln.

"Essen ist der Himmel der einfachen Leute".

In China sagt man: Nahrungsmittel sind besser als Heilmittel. Das bedeutet, dass man, um gesund zu bleiben, auf die Zusammensetzung der Ernährung achten soll. Chinesen versuchen, stets die Qualität ihrer Speisen und Getränke zu verbessern. Mit der Zeit sind gewisse Sitten und Gebräuche beim Essen zu verschiedenen Gelegenheiten entstanden, wie zum Beispiel bei traditionellen Festen, Hochzeiten und Trauerfeiern, bei Senioren- oder Kindergeburtstagen. Für Freunde oder Verwandte bereitet man bei wichtigen Ereignissen, wie z. B. bei der Geburt eines Kindes oder auch wenn jemand in eine neue Wohnung zieht, Geschenke vor. Der Gastgeber hält dafür gutes und üppiges Essen für die Gäste bereit.

Die Sitten und Gebräuche beim Essen sind in den verschiedenen Landesteilen Chinas sehr unterschiedlich. Früher boten die Gastgeber in Beijing ihren Gästen normalerweise Nudeln an. Wenn die Gäste bei dem Gastgeber übernachten, dann serviert man Jiaozi. Wenn man Freunde oder Verwandte besucht, soll man acht verschiedene Kuchen mitbringen. In Südchina serviert der Gastgeber auf dem Land zunächst Tee und bietet dann den Gästen Kuchen, gekochte Eier mit Zucker oder Reiskuchen mit Zucker als Vorspeise an. Erst dann folgt die Hauptmahlzeit. In der Stadt Quanzhou in der ostchinesischen Provinz Fujian offeriert der Gastgeber den Gästen Obst, das hier "Süßigkeit" heißt. Dabei müssen auch unbedingt Mandarinen sein, weil Mandarinen auf Chinesisch Ju heißen, was ähnlich wie Ji klingt und "Glück" bedeutet. Der Gastgeber wünscht den Gästen auf diese Weise ein glückliches Leben.

 

Festessen verlaufen in den verschiedenen Landesteilen auch unterschiedlich. In Beijing heißt das Bankett "Zwei-Acht-Bankett", weil es aus acht kalten Platten und acht warmen Gerichten besteht. In der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang soll die Anzahl der Gerichte stets eine gerade Zahl sein. In manchen Regionen muss man beim Bankett ein Gericht mit Fisch anbieten, weil Fisch auf Chinesisch Yu heißt, was wie "Reichtum" klingt und ein reiches Leben bedeutet. Das Hochzeitsbankett ist das wichtigste und anspruchsvollste Bankett in China. In der westchinesischen Provinz Shaanxi zum Beispiel haben alle Gerichte beim Hochzeitsbankett ihre eigene Bedeutung. Das erste Gericht soll aus rotem Fleisch bestehen, was blühendes Leben bedeutet. Das zweite Gericht soll eine gemischte Speise sein, was den Zusammenhalt der ganzen Familie bedeutet. Das dritte Gericht soll ein Acht-Früchte-Reiskuchen sein, was Treue bis ins hohe Alter bedeutet.

Bei einem Senioren-Geburtstagsbankett besteht die Hauptspeise normalerweise aus Nudeln, die so genannte langlebigkeits-Nudeln. In der Stadt Hangzhou in Ostchina und im Norden der Provinz Jiangsu isst man zu Mittag Nudeln und am Abend veranstaltet man ein Festmahl. In Hangzhou soll jeder Gast dem Jubilar ein paar Nudeln aus seiner Schüssel reichen, das bedeutet "Lebensjahre hinzufügen". Außerdem soll man zwei Schüsseln Nudeln essen, wobei die Schüsseln nicht voll sein dürfen, weil das Unglück bringt.


Gute Manieren – gute Stelle: Trendwandel bei Vorstellungsgesprächen

Immer mehr Firmen in China geben das traditionelle Vorstellungsgespräch am Bürotisch auf und testen stattdessen die sozialen Kompetenzen ihrer Bewerber lieber bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant. Dies hat Vor- und Nachteile.

Ye Ting, die an der Nanchang University in der Provinz Jiangxi Englisch studiert hatte, sagt, dass sie ihren gegenwärtige Stelle nie bekommen hätte, wenn sie sich beim Gespräch bei einem Abendessen nicht "gut benommen" hätte. Anfangs Januar ging Ye zu einem Vorstellungsgespräch bei einer einheimischen Handelsfirma. Nachdem alle sechs Bewerber gekommen waren, erklärte der Chef plötzlich, dass er sie zu einem Abendessen einlädt, "Dank dem, dass ich Bücher über gutes Benehmen gelesen habe, wusste ich, dass ich von der linken Seite aus auf meinen Stuhl sitzen muss oder dass der Stuhl gegenüber der Eingangstüre für die wichtigste Person reserviert ist", erklärte sie.

Solche Interviews können für die Bewerber eine Chance oder auch ein Hindernis sein. Chen Ke, ein höherer Student des Media and Communications College der Huazhong Normal University in Wuhan sagte zur Global Times, dass er im vergangenen Monat ein solches Vorstellungsgespräch nicht bestanden habe. Nachdem er bei einer Internetfirma in Wuhan, der Hauptstadt der Provinz Hubei, in die zweite Runde gekommen war, lud der Firmendirektor ihn und drei andere Kandidaten (eine Frau und zwei Männer) zu einem Mittagessen in einem nahegelegenen Restaurant ein.

"Der Direktor war zu uns allen sehr freundlich. Wir glaubten schon, dass wir alle die Stelle bekommen hätten", erinnerte sich Chen. "Einer der jungen Männer setzte sich direkt neben den Direktor, legte seinen Arm um dessen Schultern und bot ihm eine Zigarette an. Er sprach und lachte, als seien die beiden Brüder." Nur die junge Frau habe sich vor dem Direktor verbeugt und sich nicht hingesetzt, bis alle anderen saßen. "Während des Essens goss sie uns ständig Tee nach. Als sie einen Toast aussprach, achtete sie darauf, dass beim Anstoßen ihr Glas tiefer als das des Chefs war." Sie habe auch Witze erzählt. Chen hingegen, der zur Vorbereitung vor allem Englisch gebüffelt hatte, war aufgeregt und sprach während des Essens kaum ein Wort. "Später wurde mir klar, dass der Direktor sehen wollte, wie wir uns in einer entspannten Umgebung verhalten", erklärte Chen. "Uns war nicht bewusst, dass dies ein Teil des Interviews war. Doch nach dem Essen erklärte er uns, dass nur das Mädchen die Stelle bekommt." Die ganze Mühe sei bei einem einzigen Essen zerstört worden, seufzte Chen.

Ba Ran, ein Personalberater bei zhaopin.com erklärt die Vor- und Nachteile solcher Vorstellungsgespräche. In Berufen im Bereich der Medien oder dem IT-Geschäft werden von den Kanditen nicht nur hervorragende fachliche und technische Fähigkeiten erwartet, sondern auch eine gute Sozialkompetenz. Schließlich müssen sie später wissen, wie sie mit den Kunden richtig umgehen. "Daher ist ein Esstisch ein hervorragender Ort, um diese Fähigkeiten zu testen." Allerdings könne ein Abendessen ein offizielles Vorstellungsgespräch nicht ersetzten, da dieses eher auf Berufserfahrungen und technische Fähigkeiten fokussiere. "Sonst hätten Leute, die einfach gut mit anderen Menschen umgehen können, einen zu großen Vorteil", meint Ba.Quelle:globaltimes

Chinesen essen gern,

und sie tun das ungern allein. Es heißt, daß ihre Lieblingsbeschäftigung gemeinsames Essen sei. Jedenfalls ist das Zusammenkommen zu einem schmackhaften und nach Möglichkeit reichhaltigem Essen für Chinesen die vergnüglichste und gewiß wichtigste Form der Kommunikation.
Gegenseitige Besuche von Verwandten und Freunden können festliche Anlässe haben oder sich völlig zwangslos ergeben - sie schließen in aller Regel “Bewirtung mit Speis und Trank” ein. In den Städten geht man immer häufiger gern aus - natürlich “zum Essen”.
Für die Essenseinladung in Haus bzw. Wohnung gilt: Der Einladende wird in der Regel keine Uhrzeit nennen, er kann sich darauf verlassen, daß alle rechtzeitig kommen. Einladung zum Abendessen genügt. Es ist nicht unhöflich, es wird sogar erwartet, daß man zwei, drei Stunden vorher erscheint, also bereits am späten Nachmittag, um den Gastgebern bei den Essensvorbereitungen zur Hand zu gehen. Damit zeigt man Interesse am Wohlergehen der Freunde und an gelungener Beziehung zu ihnen. Sehr unhöflich wäre es, erst dann zu erscheinen, wenn das Essen bereits auf dem Tisch steht. Das gemeinsame Abendessen, dabei wird eifrig erzählt und viel gelacht, zieht sich zumeist über einige Stunden hin. Es wird gewiß in kein Trinkgelage ausraten, das bis in die tiefe Nacht andauert. Das Essen und Trinken endet, wenn alle gegessen haben. Dann verabschiedet man sich, auch wenn der Gastgeber wiederholt dazu auffordert, doch noch auf ein Gläschen zu bleiben. Eine Höflichkeitsfloskel, die jeder zu schätzen weiß, der jedoch keiner nachkommen wird.

“Eine Beziehung muß gut schmecken”, diesem Sprichwort gemäß wird in Restaurants eingeladen, zu größeren Essen oder zu festlichen Banketts. Sowohl das Arrangement solcher Essen als auch die Teilnahme daran sind wichtige Angelegenheiten. Banketts sind wahrscheinlich die effektivste Form der Schaffung sowie Pflege von gesellschaftlichen und nicht zuletzt geschäftlichen Beziehungen.

So ein chinesisches Bankett hat seine Eigenheiten. Zunächsat einmal sollte es, da Chinesen früh zu Bett gehen und zeitig aufstehen, nicht nach sieben Uhr beginnen und höchstens zwei Stunden dauern. Weiter müssen mindestens so viele verschiedenen Gerichte serviert werden, wie Gäste am Tisch oder an den Tischen sitzen. Fast immer werden alle Gerichte gleichzeitig aufgetragen und jeder wird in der Regel von jedem Gericht nehmen wollen. Suppe und Reis sowie frisches Obst weren zum Schluß aufgetragen. Die Suppe wird noch geschlürft, den Reis sollte man höflichkeitshalber stehen lassen. Wer nach der Fülle gebotener Speisen auch noch Reis mit Appetit verzehrt, fügt dem Gastgeber Gesichtsverlust zu: Der Gastgeber muß annehmen, daß die Speisen nicht geschmeckt haben oder nicht ausreichend waren.

Vor allem bei den großen Banketts wird nicht nur reichlich gegessen, sondern auch viel gesprochen und getrunken. Immer wieder unterbrechen Reden und Trinksprüche das Mahl. Kurz nach seinem Beginn heißt der Gastgeber die Gäste mit einer kurzen Rede willkommen. Anschließend bringt der ranghöchste Gast einenToast auf den Gastgeber aus. Fünf bis zehn Minuten später erhebt sich der Gastgeber aufs neue, um eine Rede zu Ehren des wichtigsten Gastes zu halten. Immer wieder fordert der Gastgeber zum “Ganbei” , wörtlich “trockenes Glas”, auf, was bedeutet, daß die Gläser in einem Zug zu leeren und dann sofort wieder nachzufüllen sind. Es liegt am Gastgeber, aus diesem Trinkspiel ein wahres Kampftrinken zu machen. Erfahrene Bankettteilnehmer lassen sich statt Schnaps Tee ins Glas gießen. Kurz vor Abschluß des Banketts hält der ranghöchste Gast eine kurze Rede, mit der er sich beim Gastgeber für das hervorragende Mahl und die alle beglückende Einladung bedankt.

Das Bankett ist beendet, wenn der Gastgeber seinen Gästen für ihr Kommen dankt, dabei bedauert, daß das Essen heute nicht so optimal war und schließlich einen letzten Trinkspruch ausspricht. Nun stehen die Gäste fast sofort auf und verabschieden sich. Auch das größte und festlichste Bankett endet auf diese, uns Europäern erstaunlich abrupt vorkommende Weise.
Um noch einmal auf die Pflichten des Gastgebers zu kommen: Er hat dafür zu sorgen, daß die Teller seiner Gäste immer gefüllt sind. Wer ihm zunächst sitzt, muß von ihm höchstpersönlich bedient werden. Bereits im Vorfeld des Banketts hat er dafür Sorge zu tragen, daß die Gäste nach der ihnen gebührenden Rangordnung am Tisch bzw. an den Tischen plaziert werden. Wer unter seinem Rang sitzen muß, verliert sein Gesicht, was wiederum Gesichtsverlust für den Gastgeber bedeutet. Der ranghöchste Gast, Ehrengast des Banketts, sitzt immer rechts neben dem Gastgeber - und nach uraltem Brauch stets gegenüber der Eingangstür. Er soll den Rücken frei haben, um die Annäherung böser Geister oder Buben sofort erkennen zu können. Diesen Gast muß der Gastgeber bei der Verabschiedung zur Türe hinaus begleiten und gegebenenfalls bis zum Parkplatz oder zum Taxistand bringen. Je weiter der Weg dahin ist, desto mehr Gesicht gibt er dem Gast.

“Guten Appetit” wünscht niemand in China.

Man geht davon aus, daß man Appetit hat. Chinesen scheinen ihn jedenfalls immer zu haben. Das zeigt sich bereits früh am Tag.
Wer nicht zu Hause ein Frühmahl ißt, nimmt unterwegs an kleinen Ständen oder in Garküchen einen Imbiß zu sich. Da gibt es Reis- oder Hirsesuppen mit Salzgemüse und eingelegtem Sojakäse, frittierte Teigstangen, Dampfbrötchen, verschiedene Nudelgerichte - und das alles morgens zwischen sechs und acht Uhr!

Die richtige Essenszeit ist der frühe Abend. Er ist die Tageszeit, zu der sich Chinesen zum gemeinsamen Mahl zusammensetzen. Möglicherweise werden auch Sie zu einer solchen Mahlzeit eingeladen - und dann ist es gut zu wissen, was Sie erwartet und worauf Sie achten sollten

Wie  schon gesagt, “Guten Appetit” wünscht Ihnen keiner. Vielleicht sagt der Gastgeber “Essen Sie langsam, aber essen Sie viel”. Wahrscheinlich hören Sie von ihm aber nur ein höfliches “Qing”, “bitte”, und das Essen beginnt.
Was aufgetischt wird, ist bestimmt von beeindruckender Fülle, nicht zuletzt deshalb, weil alle Gerichte gleichzeitig aufgetragen und in die Mitte des in der Regel runden Tisches gestellt werden. Jeder am Tisch bedient sich von jedem Gericht. Gemneinsam werden alle aufgetischten Speisen genossen. So ist das bei einem chinesischen Essen in geselliger Runde: Jeder kommt in den Genuß verschiedenster Gerichte.

Dabei bedient sich jeder zurückhaltend. Es gilt als gierig und deshalb unhöflich, große Portionen auf den Teller zu legen. Man nimmt vielleicht wiederholt von den Platten mit besonders leckeren Gerichten, aber immer nur kleine Portionen.

Reis wird nur bei größeren, formellen Banketts erst am Schluß serviert. Bei einem zwanglosem Essen bringt man ihn zusammen mit verschiedenen Gerichten auf den Tisch. Da ist es dann auch erlaubt, die Speisen nicht zuerst einmal auf den Teller abzulegen, man legt sie, wenn man will, gleich auf den Reis in der Essensschale. Die Schale wird mit linken Hand zum Mund gehoben, mit den Stäbchen in der rechten Hand schaufelt man Reis samt Speisen in den Mund.
Wer die Kunst beherrscht, perfekt mit Stäbchen zu essen, muß ganz  bestimmt nicht hungrig vom Tisch aufstehen. Da alles in mundgerechte, richtiger gesagt stäbchengerchte Happen geschnitten ist, läßt sich alles mit Hilfe der Stäbchen essen. Messer sind nicht nötig und deshalb auf dem Tisch auch nicht zu finden. Löffel liegen bereit, man braucht sie am Schluß der Mahlzeit, wenn die Suppe gereicht wird.

Einiges kann allerdings nicht mit Stäbchen gegessen werden. Bei der Peking-Ente, Beijing kouya, und beim Verzehr von Schalentieren setzt man die Finger ein. Scampis oder Krebse werden in die Hand genommen, man bemüht sich nicht lange, ihr Fleisch aus der Schale zu nehmen, man beißt einfach Stücke ab, läßt sie im Mund verschwinden, um dann die blanken Schalen auf den Teller - oder auch neben ihn - zu spucken. Kein Chinese wird das für unmanierlich halten.
Als ungezogen gilt hingegen Schneuzen während des Essen, man geht raus, am besten putzt man die Nase nie poram publikum, ich hasse das auch an Deutschen, überall in irgendwelche Tücher zu rotzen, es genau zu untersuchen und dann auch noch die ganze Ladung in die Tasche zu stecken - deutsche Leidkultur!

Unmanierlich ist es auch, etwas, das von den Stäbchen gefallen ist, wieder aufzunehmen und zu essen. Keineswegs unhöflich ist es, am Schluß des Essens Reste auf dem Teller oder in der Eßschale zurückzulassen. Man bringt damit zum Ausdruck, daß man satt ist, was den Gastgeber freut und ehrt.

Wer zwischendurch Lust auf eine Zigarette bekommt, kann sich ohne Bedenken eine anzünden, leider, auch Nichtrauchende Tischnachbarn nehmen daran keinen Anstoß. Wichtig ist es, auch seinem Nachbarn oder gleich der ganzen Runde eine Zigarette anzubieten. Ein chinesische Sprichwort sagt nämlich: “Zigaretten und Alkohol gehören allen.” Es wäre wirklich unhöflich, sich nicht danach zu richten und seine Packung nicht zu teieln. Man reicht dabei nicht die Packung, sondern entnimmt ihr einzelne Zigaretten, um sie zu überreichen.

Was Alkohol betrifft: Man schenkt aus “seiner” Flasche auch dem Nachbarn ein, und zwar bevor man sich selbst einschenkt.
Früher “tranken” Chinesen zum Essen nur Suppe. Tee wurde - und wird - vor und nach dem Essen gereicht. Heute sind Bier, aber auch Cola und bei den Neureichen französische Rotweine zu Tischgetränken geworden. Man trinkt diese Getränke, auch den Kaffee, der nach Tisch serviert wird, der Gesundheit wegen. Kaffee hat “alle Wertstoffe”, also ist er gesund, Rotwein fördert den Kreislauf.

Noch eine chinesische Eigenheit: Hat das Essen im Restaurant stattgefunden, wird die Begleichung der Rechnung zum Ritual für sich. Es wird geradezu darum gekämpft, wer bezahlen darf, es sei denn, daß bereits zuvor entschieden worden war, wer Gastgeber ist und somit die Begleichung der Rechnung übernimmt.

Unvorstellbar wäre es, daß jeder getrennt bezahlt. Deshalb legt auch in der Regel der Kellner auf einem Teller gleich die Gesamtrechnung vor. Der Gastgeber der Runde bzw. der “Sieger” im Kampf um das Bezahlen legt dann das Geld unter die Rechnung. Trinkgeld kann dazugelegt werden, wird aber nur vom Personal in teuren Restaurants tatsächlich erwartet. Offiziell ist es in China nach wie vor nicht gestattet Trinkgeld anzunehmen, aber die Gewohnheiten ändern sich auch in diesem Punkt schlechtwärts. Übrigens: die Tochter des Gastgebers ist keine Geisha. Geishas gibt es in Japan.

 

Lebendware bleibt frischer

„Fische, Pelikane, Hühner und Gänse eng gedrängt in Käfige, Fische, die im trüben Wasser Ihrem Ende entgegendümpeln – immer wieder stoßen sich Tierschützer und Touristen am chinesischen Umgang mit Tieren, die für Kochtopf und Wok bestimmt sind.


“Für die Chinesen sind die Tiere halt nicht mehr als eine Ware, deren Qualität so gut wie möglich sein soll, egal, ob die Kreatur dafür leiden muß’, erklärt die Hamburger Sinologin Dr. Ruth Cremerius – und relativiert zugleich westliche Empörung. ‚Wenn ich an Legebatterien oder Tiertransporte denke, finde ich unsere Einstellung nicht so andersartig.’ Zudem hat die vermeintlich gedankenlose Quälerei praktische Gründe: Ohne Kühlvorrichtungen ist vor allem im heißen Süden nur ein lebendes Huhn ein wirklich frisches und damit gutes Huhn. Und wer unter dem kritischen Blick seiner Kunden schlachtet, kann bei Frische und Qualität nur schwer schummeln. In den großen Städten ist mittlerweile zwar auch Tiefkühlkost gefragt, doch ganz verzichten auf Lebendware will niemand.“ GEO Special Nr. 4 Aug/Sept 2003, Habitat

 

Chinesen essen Wildtiere auf

Eines der größten Probleme im weltweiten Artenschutz ist der ausgeprägte Appetit in China auf allerlei Getier, das bei uns weniger hoch im kulinarischen Kurs steht. Der wirtschaftliche Aufschwung im Reich der Mitte hat inzwischen für viele Arten eine existenzbedrohende Größe erreicht: Denn gerade viele wild lebende Tiere gelten als besondere Delikatesse oder als Wundermittel in der traditionellen chinesischen Medizin, was zu teils schwindelerregenden Preisen und noch schwindelerregenderen Zahlen an gehandelten Tieren führt. Die Schildkrötenbestände ganz Asiens stehen wegen dieser Entwicklung am Abgrund, einige Arten dürfte es in der Natur schon erwischt haben, andere gibt es nur noch in minimalen Stückzahlen, die dafür natürlich immer teurer werden.
Ein spektakulärer Fall machte jetzt die Runde (der
Bericht selbst ist auf Chinesisch, die Bilder sind aber ganz interessant): Am 22.5.2007 griff die Polizei in der Provinz Guangdong zwei Fälle von Wildtierschmuggel auf. Dabei wurden immerhin 5400 Warane, 30 Schuppentiere und 3000 Schildkröten verschiedener Arten sichergestellt.
Tagsüber ist von dem Underground-Handel auf den Tiermärkten nichts zu sehen, die illegalen Aktivitäten beschränken sich auf die Nacht. In Guangzhou sind Schuppentiere, Eulen und Warane besonders begehrt. Für 1 kg Schuppentier werden ungefähr 70 Euro auf den Tisch gelegt, für Warane nur 20, eine Eule am Stück kostet dagegen schon 180 Euro. Da ist Grillhähnchen doch erschwinglicher.

Der Verzehr dieser geschützten Wildtiere ist auch in China verboten. Die Nachfrage ist aber so groß und die Gewinne so fett, dass die Restaurants sich nicht daran halten. Oft werden die “Spezialgerichte” gar nicht auf der Karte ausgewiesen, oft euphemistisch umschrieben (”großer Vogel” statt “Adler”). Auch regelrechte Geheimrestaurants sind üblich.

Die Autoren des Artikels überprüften die vor solchen Geheimrestaurants parkenden Autos und fanden - Überraschung - viele Wagen der Regierungsbehörden auf den Kundenparkplatz.

Eine Umfrage in der Lokalbevölkerung von Guangzhou ergab, dass 50 % der Bewohner auch Wildtiere essen: 45,4 % weil sie sie für besonders nahrhaft halten, 37 % aus Neugier und 12 % wegen eines angenommenen gesundheitlichen Nutzens.

Das Wild Animal Rescue Center of Guangzhou hat allein in 2006 110.000 beschlagnahmte Tiere aufgenommen; die Mitarbeiter schätzen, dass dies etwa 5-10 % aller Schmuggelfälle ausmacht. Was bedeutet, das eine gute Million wildlebender Tiere letztlich doch im Kochtopf gelandet ist. Chinesen essen Wildtiere auf

 

 Katholiken essen Schrildkröten auf und Frösche, roh

Von Donnerstag bis Montag (Ostern) werden weltweit wieder Millionen von Schildkröten sterben, z. T. überaus qualvoll. Die Übeltäter sind in diesem Falle nicht die Chinesen (die bekanntlich sehr gerne Schildkröten verzehren), nein, es sind die Katholiken, insbesondere im tropischen Amerika.

Da die Armut der Kolonisten in Südamerika immer sehr groß war und man in der Karwoche bekanntlich kein Fleisch essen darf, habendie damaligen Kirchenvertreter kurzerhand alle im Wasser lebenden Tierarten als Fische deklariert. So kennen und lieben wir die katholische Kirche: Was nicht passt, wird passend gemacht. In diesem Sinne gelten sowohl Schildkröten, Krokodile als auch Wasserschweine bei den Katholiken Lateinamerikas als Fische. Ein zoologischer SuperGAU! Das stellt die zoologische Systematik doch ganz schön auf den Kopf.
Über die Kreationisten in den USA wird ja immer geschimpft, da sie die Evolutionstheorie ablehnen. Aber DIE können wenigstens noch einen Fisch von einem Reptil unterscheiden. Da haben die ehrwürdigen Pastoren und Kardinäle der Kolonialzeit wohl beim Abendmahl zu tief in die Weinflasche geschaut …
Verwunderlich nur, dass diese Tradition 500 n. Kolumbus immer noch zelebriert wird. Man hat wohl Geschmack an den possierlichen Tierchen gefunden. Noch verwunderlicher, dass die Kirche kein Machtwort spricht, da viele Schildkrötenarten insbesondere durch den Osterkult vor dem Aussterben stehen, u. a. die Arrau-Schildkröte (Podocnemis expansa) - die größte Süßwasserschildkröte Südamerikas.
Schlimmer noch trift es die Köhler- und Waldschildkröten (Geochelone carbonaria und G. denticulata). Die werden, gleich einem Hummer, lebend in kochendes Wasser geworfen. Mancherorts wird danach die Schildkröten-Pastete direkt aus dem Panzer gelöffelt. Beliebt auch das Wasserschildkröten-Kartoffelsüppchen. Vor einigen Jahren war ich mal bei den Fischern am Orinoco zum Essen geladen. Völlig unbedarft löffelte ich genüsslich mein vermeintliches Kartoffelsüppchen. Beim wiederholten Umrühren - den Zentrifugalkräften sei Dank - zogen plötzlich (blubb blubb) zwei verkochte Schildkrötenschädel ihre Kreise am Tellerrand. Na, guten Appetit!
Man sagt ja so schön: “Andere Länder - andere Sitten.” Schön und gut, aber das rechtfertigt weder die Entnahme der Tiere aus der Natur noch den unkontrollierten Massenkonsum zur Osterzeit bis an den Rande der Ausrottung. Wie Ihr ja wisst, betreiben wir einige Schildkröten-Arterhaltungszuchten. Da freut man sich über jedes Schildkrötenbaby, dass es aus dem Ei schafft. Aber so viele wie jedes Jahr von Homo sapiens gefressen werden, können wir mit unseren Zuchten gar nicht nachliefern.

Dabei wäre die Lösung so einfach: Der Papst müsste nur sagen: Keine Schildkröten mehr zu Ostern. Damit wäre nämlich nicht die Schildkröte, sondern das Problem gegessen - “Urbi et Orbi” Schöne Ostern: Katholiken essen Schildkröten auf

Schade, daß niemand die Katholiken als *verzehrbar* deklariert. Dann wären bald sogar MEHRERE Probleme auf einmal gelöst

Chinesisches Restaurant bietet Schmetterlingssuppe
 in Muttermilch an

Als besondere Attraktion hat ein chinesisches Restaurant Gerichte mit Muttermilch auf seine Speisekarte gesetzt. Am Wochenende konnten Experimentierfreudige in der südchinesischen Stadt Changsha erstmals in mit Muttermilch zubereitete Fischgerichte kosten, wie die Zeitung "Shenghuo Shibao" am Montag berichtete. Neben Barsch und Seeohr seien mehr als hundert weitere "Milchgerichte" in Planung. "Wir respektieren die mütterliche Liebe und alles Natürliche", sagte der Restaurantbesitzer. Gäste könnten beim Schmaus dann auch gleich in den Genuss der Mutterliebe kommen, fügte er hinzu. Laut der Zeitung "Jinghua Shibao" stammt die Milch von sechs stillenden Landfrauen. Über deren Vergütung wurden keine Angaben gemacht. Auf den Geschmack gekommen ist auch eine Gaststätte in der nahe Hongkong gelegenen Stadt Shenzhen. Sie möchte demnächst komplette Muttermilch-Banketts für schlappe 280.000 Yuan (30.260 Euro) anbieten.

 

Chinesische Köche fordern Verzicht

Gegarte Schildkröten und andere zweifelhafte Spezialitäten sollen von chinesischen Speisekarten verschwinden: Meisterköche des Landes wollen ihre Zunft zum Verzicht bewegen.

Die chinesische Küche steht vor einer Revolution: Affenhirne, Bärentatzen oder Schildkröten sollen die längste Zeit im Wok gegart haben. Chinesische Meisterköche rufen dazu auf, künftig keine seltenen Tiere mehr auf die Speisekarte zu setzen. Bis 2006 sollen eine Million Köche die Verzichtserklärung unterschreiben.

Den exquisiten Gerichten wird eine wundersame Wirkung nachgesagt: Gequirltes Schlangenblut etwa soll eine zarte Haut bereiten, die Gallenblase, am Spieß zubereitet, bei Sehschwäche helfen. 20 Millionen Schildkröten und ebenso viele Schlangen, so schätzt die Organisation Pro Wildlife, landen pro Jahr in den Mägen der Chinesen.

Um die immense Nachfrage zu befriedigen, werden die Tiere aus benachbarten asiatischen Ländern, Südamerika und den USA nach China importiert - Naturschutzorganisationen protestieren seit Jahren dagegen.

Chinesischer Koch wegen Tierliebe erst gefeuert - dann geehrt

Seine Tierliebe hat einen chinesischen Koch bereits zwölf Mal den Job gekostet. Weil er sich strikt weigert, wilde Tiere als Delikatesse zuzubereiten, wurde der 32-jährige Zhang Xingguo nun von einer chinesischen Tierschutzorganisation geehrt. Zhang habe wegen seiner Standhaftigkeit bereits 20 Stellen als Koch abgelehnt, für die er wilde Tiere hätte braten, dünsten oder sautieren sollen. Er selbst nimmt für sich demnach in Anspruch, im Laufe der Jahre mindestens 700 Kollegen davon abgebracht zu haben, Zibetkatzen, Waschbären, Dachse oder Wiesel aber auch Hunde oder Katzen auf den Tisch zu bringen. Wilde Tiere gelten in China nicht nur als Delikatesse, es werden ihnen oft Heilkräfte zugeschrieben und deshalb werden sie gerne verzehrt.

Kalte Nudeln im Sommer

Seit vier Jahren lebt eine deutsch-japanische Familie in Peking - mit regelmäßigen Rückflügen nach Tokio, wo wir die vorherigen Jahre verbrachten. Es ist ein anstrengendes Hin und Her, denn es scheint uns, als pendelten wir zwischen zwei Welten, die grundsätzlich nichts voneinander wissen wollen, um ihre Ähnlichkeit voreinander zu verbergen.

Kürzlich saßen wir in einer Maschine der chinesischen Fluglinie Air China von Peking nach Tokio. An Bord wurde Chinesisch und Englisch gesprochen, aber kein Japanisch. Als wollte die chinesische Seite ihre japanischen Gäste darauf hinweisen, dass sie in Zeiten der Globalisierung ohne ihre Inselsprache auszukommen hätten.

Lange Nudeln mit gekochten Eiern zum Geburtstag verheissen - langes Leben

Gleichwohl wurde während des Fluges neben der chinesischen auch eine japanische Mahlzeit angeboten, die unter den chinesischen Fluggästen rasch vergriffen war. Denn die japanische Küche ist derzeit in China ein Hit unter Betuchten.

So beginnt unsere Liste der chinesisch-japanischen Ähnlichkeiten, mit der wir unsere Freunde hüben und drüben regelmäßig vor den Kopf stoßen, bei den Gaumenfreuden: Kalte Nudeln mit geschnittenem Ei und Schweinefleischstreifen sind in beiden Hauptstädten das beliebteste Sommergericht. Gerne verweisen wir auf große Übereinstimmungen im Erziehungswesen beider Länder - bis hin zur Einrichtung der Klassenzimmer und der Anordnung, dass Grundschüler ihre Schule selbst zu putzen und zu schrubben haben. Doch niemand glaubt uns.

In China muss man in diesem Zusammenhang nur das Wort Schule erwähnen, dann ist schon vom Nanking-Massaker die Rede und davon, dass das größte japanische Kriegsverbrechen in China in japanischen Schulbüchern hartnäckig geleugnet werde. Dem lässt sich heute wieder kaum widersprechen. Denn obwohl die Nanking-Passagen der meisten japanischen Schulbücher in den 90er-Jahren aufgearbeitet und verbessert wurden, ist in diesem Jahr ein neues, wie ehemals revisionistisches Schulbuch von der Regierung gebilligt und von seinem Verlag erfolgreich vermarktet worden. Die chinesische Öffentlichkeit hat sich darüber furchtbar erregt, was in Japan jedoch kaum jemand wahrgenommen hat.

Die allgemeine Gleichgültigkeit, mit der viele Japaner auf ihre Opfer im Zweiten Weltkrieg zurückblicken, ist aus unserer Sicht jedoch nichts, womit sie sich grundsätzlich von ihren chinesischen Nachbarn unterscheiden: Die Millionen Opfer der Kulturrevolution werden in China genauso verdrängt wie die Kriegsopfer in Japan.

Vielleicht sind es diese unangenehmen Ähnlichkeiten, die Japanern und Chinesen den Blick aufeinander verstellen. Sie spiegeln sich auch im Wirtschaftsleben. Wenn viele japanische Unternehmen heute schimpfen, dass jede Fabrik, die sie in China errichten, ein paar Jahre später sorgfältig kopiert im chinesischen Eigenbau ihr Ebenbild findet, so lassen sie sich ungern daran erinnern, dass ihre ureigenen Strategien vor dreißig Jahren nicht anders aussahen.

Leider gibt es außer der Vorliebe für die gemeinsame asiatische Esskultur derzeit wenig Dinge, die Chinesen und Japaner gerne miteinander teilen. Doch wir glauben, dass sich das ändern wird. Irgendwann werden beide Seiten feststellen, dass sie im Erziehungswesen mehr verbindet, als sie aufgrund der unterschiedlichen Geschichtsauffassungen trennt.

Warum die Chinesen im Restaurant so viel bestellen

Jeden Abend gegen 18 Uhr füllen sich in Peking Tausende von Restaurants. Kaum sind Familien, Freunde, Kollegen und Geschäftspartner um den runden Tisch versammelt, werden die Stäbchen gewetzt und die Kellnerin eilt herbei, um die Bestellung aufzunehmen.

Als Vorspeise bestellen die Chinesen gerne Nüsse, "zerschlagene Gurken in Senfsoße", Quallen oder gerösteten Fisch. Dann folgt der Hauptgang: Krebse und Langusten, Fisch in Süß-Sauer-Soße und Pekingente, Seegurken und Auberginen mit Fischgeschmack, Rindfleischscheiben mit Paprika, Hühnchen mit Erdnüssen, Sojabohnenkäse in Chili-Soße und "in den Topf zurückgeworfenes Schweinefleisch".

Der Gastgeber ordert, so will es die Sitte, mindestens ein Gericht mehr, als Personen um den Tisch sitzen. Doch wer etwas auf sich hält, bestellt so viel, bis die Speiseplatten nicht mehr auf den Tisch passen. Denn ein Essen ist nicht nur Sache des leiblichen Vergnügens, sondern auch Beweis des sozialen Standes.

Wer zu wenig auffahren lässt, blamiert sich unsterblich: Er verliert das Gesicht, und das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Chinesen passieren kann. "Aus Furcht vor einem Gesichtsverlust bestellen die Menschen zu viele Gerichte", klagte jüngst das KP-Organ "Volkszeitung" auf seiner Webseite. Geld spielt bei den allabendlichen Fressorgien keine Rolle: Meist stammt es ohnehin aus dem reichlich bemessenen Spesentopf. Ein Essen mit Genossen und Geschäftsfreunden gehört zum Dienst wie Aktenordner und Stempel. Sage und schreibe 100 Milliarden Yuan (rund 27 Milliarden Mark) an Steuergeldern verprassen Funktionäre jedes Jahr in Restaurants, Kneipen und Imbissen, fand der Soziologe Chin Xin jüngst heraus - ein Drittel davon wird weggeworfen.

Diese maßlose Verschwendung muss aufhören, forderten in den letzten Wochen mehrere Zeitungen: Restaurantgäste sollten persönliche Eitelkeiten zurückstellen und bei der Bestellung bescheidener sein. Auch Restaurantbesitzer appellieren - gegen die Geschäftsinteressen - an die Vernunft ihrer Kunden.

Allein in Peking fallen täglich rund 1600 Tonnen Essensreste an - 17 Prozent des gesamten Mülls. In Shanghai sind es 1200 Tonnen. Ein Gasthaus in der Hauptstadt kippt jeden Tag rund eine Tonne Mantou ("Dampfbrot") und Reis in den Abfall.

Dies verwundert um so mehr, als sich im Reich der Mitte längst eine Sitte durchgesetzt hat, die auch in Amerika zum Restaurantalltag gehört: Gäste nehmen die Reste eingepackt mit nach Hause. Bei einem offiziellen Essen wagt es jedoch bislang kaum jemand, die Kellnerin nach der Styroporschachtel zu fragen.

Chinesische Küche
mit Küchen-Geräte, Essstäbchen, Reezepte und mehr

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